Forschungsprojekt ECOmmerce abgeschlossen

Der Online-Handel wächst gerade in Pandemie-Zeiten weiter und mit ihm das Aufkommen von Retouren, die eine erhebliche Umweltbelastung darstellen. Die Firmen Avalution (Kaiserslautern) und Assyst (München) haben gemeinsam mit Partnern im Rahmen eines Forschungsprojekts eine Lösung entwickelt, die durch Passformempfehlung den Anteil an Retouren deutlich reduzieren will.

Zwei Jahre lang haben Avalution und Assyst gemeinsam mit dem DITF Denkendorf im Projekt ECOmmerce geforscht, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde eine technologische Lösung entwickelt, die dazu beitragen soll, die Anzahl an Retouren im Online-Handel deutlich zu reduzieren.

Richtiges Produkt wählen und Bewusstsein schaffen

Zwei Herausforderungen galt es innerhalb des Projektes miteinander zu einer Lösung zu vereinen: Wie kann ein Kunde zuhause am Bildschirm erkennen, ob ihm ein Kleidungsstück gefällt und passt, bevor er es physisch anprobiert hat und wie sensibilisiert man ihn gleichzeitig schon während des Bestellprozesses für die Auswirkungen, die sein Online-Einkaufsverhalten auf die Umwelt hat? „Es gilt den Kunden sowohl bei der Auswahl des richtigen Kleidungsstücks zu unterstützen, als auch ihn dafür zu sensibilisieren, dass jedes zurückgeschickte Produkt zu Lasten der Umwelt geht“, erläutert Projektleiter Dominik Michel von Avalution.

Expertisen zusammenführen

Avalution greift als Passform-Experte auf die weltweit größte Datenbank an menschlichen Bodyscans zu und kann so mit wenigen persönlichen Angaben einen individualisierbaren Avatar erstellen, der auf statistisch genauen Werten beruht. Das Schwesterunternehmen Assyst ist der deutsche Marktführer, wenn es um die 3D-Simulation von Bekleidung geht. „Das technologische Know-how der beiden Firmen war die Basis für die virtuelle Anprobe, die bereits erprobt und einsatzfähig ist“, sagt Dominik Michel. „Das DITF hat das Paket Öko-Bilanzierung bearbeitet und dafür eine ökologische Nachhaltigkeitsbewertung der Bestellprozesse entwickelt. In der zweiten Projekthälfte haben wir eine Plattform mit echten Daten eines großen Modeunternehmens entwickelt, in dem wir die Technologien demonstratorhaft zusammengeführt haben und die Erkenntnisse des Projekts damit in der Praxis erprobt.“ Insbesondere steht damit ein eCommerce-Demonstrator zur Verfügung, der durch Passformvisualisierung und ökologische Transparenz und Nachhaltigkeitsbewertung einen neuen Ansatz zur Retourenreduktion zeigt.

Ergebnis erzielt, auf dem sich aufbauen lässt

Innerhalb des Forschungsprojekts wurden die notwendigen Technologien, Infrastrukturen und Prozesse definiert und die Voraussetzungen für einen vollständig digitalen Vertriebsprozess geschaffen, der gleichzeitig die präzise, ökologische Bilanzierung eines Einkaufs transparent macht und die physikalisch korrekte Passform ermittelt. Das Projekt startete im Sommer 2018.

Durch die Corona-Pandemie wurde die Notwendigkeit einer schnelleren digitalen Prozesskette der Bekleidungsindustrie deutlich vor Augen geführt. „Für unser Projekt muss man sagen, dass die letzten Monate unseren Ergebnissen noch mehr Gewicht verliehen haben – jetzt ist es spannend zu sehen, was wie sich die Ergebnisse nun weiter nutzen lassen“, so Dominik Michel.

Pressekontakt

Alexandra Seidl
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